Die „Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste“ erschien in den Jahren 1818 bis 1889 in insgesamt 167 Bänden und war das größte lexikographische Unternehmen des 19. Jahrhunderts. Die Initiative zu dem Projekt ging von Karl Friedrich Enoch Richter (1778–1834) aus, dem Inhaber der Leipziger Buchhandlung Johann Friedrich Gleditsch. Er konnte die Hallenser Professoren Johann Samuel Ersch (1766–1828) und Johann Gottfried Gruber (1774–1851) als Herausgeber des Werkes gewinnen.
Die Enzyklopädie sollte „alle Fächer des menschlichen Wissens und Könnens vollständig umfassen, die Kunstausdrücke kurz erläutern, alle wichtigen Gegenstände gründlich und befriedigend behandeln [und diese] nöthigenfalls mit Verweisungen auf die Quellen zur weiteren Belehrung“ versehen (siehe Sektion I, Band 1 (A–Aetius), Vorbericht, S. VIII–IX). Die mehr als 86.000 Artikel auf den über 78.000 Seiten der Enzyklopädie wurden von hunderten von Bearbeitern verfasst. 1826, also nach acht Jahren Bearbeitungszeit und 15 erschienenen Bänden, erkannten Ersch und Gruber, dass weitere Redakteure zur Beschleunigung des Vorhabens nötig waren, und so wurde das Werk in drei Sektionen untergliedert:
Sektion I (A-G) wurde weiterhin von Ersch und Gruber betreut und erschien in 99 Bänden von 1818 bis 1882; nach Grubers Tod 1751 war zunächst Moritz Herrmann Eduard Meier (1796–1855), ab 1755 dann Hermann Brockhaus (1806–1877) für die Herausgabe der ersten Sektion zuständig . Für die Bearbeitung von Sektion II (H–N) wurden Georg Hassel (1770–1829) und Johann Ludwig Wilhelm Müller (1794–1827) angestellt, ihre Arbeit setzten dann Andreas Gottlieb Hoffmann (1796–1864) und August Leskien (1840–1916) fort; es erschienen 43 Bände in den Jahren 1827–1889. Sektion III (O–Z) wurde schließlich zwischen 1830 und 1850 von Meier zusammen mit Ludwig Friedrich Kämtz (1801–1867) in 25 Bänden herausgegeben.
Trotz der Verteilung der Arbeit auf mehrere Herausgeber konnte die Enzyklopädie nicht beendet werden, die zweite und dritte Sektion blieben unvollständig. Daher ist das Gesamtwerk mit den vorhandenen Einträgen A–Ligatur und O–Phyxios nur etwa zur Hälfte fertiggestellt.
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