Im Laufe ihrer langen Geschichte gelangten zahlreiche Bücher, Handschriften und weitere Sammlungsobjekte auf verschiedenen, zum Teil verschlungenen Wegen an die Universitätsbibliothek Göttingen. Nicht selten haben sich Spuren dieser Besitzwechsel in den Exemplaren erhalten. Besitz- und Namenseinträge, Exlibris, Stempel, handschriftliche Widmungen uvm. zeugen von der Herkunft und Geschichte des Buches.
Die Erfassung und Erschließung dieser Merkmale bildet eine wichtige Grundlage für die Provenienzforschung, die Erforschung der Herkunft und Besitzgeschichte von Büchern, Medien und Kunstwerken. Diese spielt nicht nur für die Überlieferungsgeschichte einzelner Stücke sowie die Geschichte der bestandshaltenden Institution eine wichtige Rolle, sondern eröffnet weitere Forschungsperspektiven: So lassen sich auf der Basis der Provenienzmerkmale Bibliotheken oder Büchersammlungen rekonstruieren, die bereits vor langer Zeit aufgelöst wurden. Sie ermöglichen Rückschlüsse auf Handelsräume und Warenströme des frühen Buchhandels und geben Auskunft über Lese- und Benutzungsgewohnheiten vergangener Epochen. Im Rahmen der NS-Raubgutforschung werden Provenienzmerkmale zu Indizien, um in der Vergangenheit begangenem Unrecht nachzuspüren.
Die Provenienzdatenbank der SUB Göttingen verzeichnet Provenienzmerkmale aus den Beständen der Bibliothek vom Mittelalter bis in die Moderne. Neue Einträge werden fortlaufend ergänzt. Neben dem Einstieg über die freie oder erweiterte Suche stehen verschiedene Indices zur Verfügung, um nach bestimmten Provenienzmerkmalstypen oder Verwenderinnen und Verwendern zu recherchieren.